Stellungnahme zur Einführung der 2G-Regel (30.November 2021)

Liebe Unterstützer des Aufrufs „Recht auf Bildung in Pandemiezeiten“,  

leider haben sich die Hoffnungen, die wir in unseren Aufruf vom 15. August gesetzt haben, bislang nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger haben sich in den letzten Wochen entschlossen, zunehmend autoritärere Maßnahmen gegen die Coronapandemie zu ergreifen. Dabei wurden und werden vielfach politische und ethische Grenzen überschritten, die trotz des Drucks, der auf allen Beteiligten lastet, auch und gerade in Krisensituation nicht überschritten werden dürfen. Insbesondere die FAU hat sich mit der voreiligen und nunmehr bayernweit etablierten 2G-Regelung für einen Schritt entschieden, der mit dem Recht auf Bildung nicht vereinbar ist. Die in diesem Zusammenhang versprochene Chancengleichheit für alle Studenten existiert auf dem Papier, ist jedoch im universitären Alltag, etwa aufgrund der 2G-Regelung in den Universitätsbibliotheken, nicht gewährleistet. 

Selbstverständlich werden wir uns an dieser auf verschiedenen Ebenen vorangetriebenen Eskalation nicht beteiligen, sondern weiterhin mit sachlichen Argumenten für einen maßvollen Weg in der Coronapolitik eintreten. Die 2G oder 3G-Plus-Regelung halten wir für den falschen Weg. Stattdessen wünschen wir uns die Rückkehr zur 3G-Regelung mit kostenfreien Tests für alle Studenten und einen von Politik und Universität sorgfältig ausgearbeiteten Plan für die Abschaffung aller Maßnahmen spätestens ab dem Sommersemester 2022. Das Ziel aller Maßnahmen darf nicht in der Verstetigung, sondern muss in der schnellstmöglichen Beendigung derselben bestehen. Wir sind davon überzeugt, dass das Recht auf Bildung jedem Menschen qua Geburt zusteht, und nicht qua (Booster-) Impfung oder Genesung. Die Benachteiligung und Stigmatisierung nicht geimpfter Studenten lehnen wir entschieden ab.  

Trotz der schwierigen Lage möchten wir uns natürlich bei allen Unterstützern aufrichtig bedanken! Der Zuspruch, den wir während der letzten drei Monate erhalten haben, hat uns außerordentlich gefreut und bestärkt uns darin, die Arbeit für das Recht auf Bildung in Pandemiezeiten mit demselben Elan wie bisher fortzuführen. Weiterhin laden wir alle Interessenten herzlich dazu ein, mit uns Kontakt aufzunehmen. Dasselbe gilt für alle Kritiker, deren Gegenargumente uns dabei helfen, die eigene Position ergebnisoffen zu hinterfragen.  

Daniel Holfelder und Michael Kühn,   

Verfasser des studentischen Aufrufs „Recht auf Bildung in Pandemiezeiten“   

Kontakt: bildunginpandemiezeiten@gmail.com

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